Chonik Inhaltsverzeichnis

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Neuenkirchen

Verfasser und Autor
der
Bände 1/2

Hans-Henning Hofmann

In der Roeskilder Matrikel (RM) 1318 ist Lyddowe mit 8 modii (Scheffel) Bischofsroggen angegeben. Liddow ist ein altes Starrtmgut der rügenschen Familie v. Pozdewalk oder .Posewalk, die mit den Normann gleiches Wappen -einen halbierten Adler in der oberen über 3 aufrecht stehenden Rauten in der unteren Schildhälfte-besitzt und zweifellos auch mit denselben ursprünglich stammverwandt war.

Sie wurde zuerst 1282 mit Nicolaus Puzdewolk in Rügen urkundlich erwähnt und besaß im Kirchspiel Neuenkirchen noch mehrere Güter, so Kussevitz und Lebbin, wo Peter de Lubbin mit der Siegelumschrift Peter Pusdewolk und dem oben beschriebenen Wappen 1316 und 1326 urkundlich erwähnt wird. Etwa von Beginn des 16. Jahrhunderts an änderte die Familie den Namen „Pozdewalk" in Paselich" um.


Henneke, des Barne Potzdewolk Sohn, hinterließ eine Witwe Kertine -wahrscheinlich aus dem Geschlecht der Bohlen-, die am 10.8.1369 an Tönnies Krassow und seine Söhne den Hof in Kussevitz südlich Liddow am schmalen Hals der Liddower Habinsel überließ, den ihm ihr Sohn Claus dann am 15. Juli 1394, am Tage „divisionis apostoiorum ", dann nochmals endgültig überlässt. Doch blieben mindestens 2 Vz Hufen bei Liddow bzw. wurden bald wieder zurückerworben, sodass nun mindestens der nördliche Teil der Kussevitzer Feldmark später mit Liddow vereinigt blieb, während der südliche Teil wohl zu Gr. Banzelvitz fiel. „Cussuuitze", zur Parochie Rappin gehörig, war in dem fürstlich rügenschen Hebungsregister des Vogtes Braunschweig 1314 mit 5 '/2 Hufen steuerpflichtig veranlagt und hatte nach der Roeskilder Matrikel 13186/2 Scheffel Bischofsroggen zu zahlen. An den seit langem eingegangenen Ort erinnert heute nur noch der Flurname des „Kussevitzer Hakens" am Bodden.

Liddow heißt -in einer später zu erwähnenden Urkunde von 1627 in Bezug auf die Familie Paselich-: „Der uralt-väterliche Wohnhoff, Rittersitz und Ländlein Liddow."
1365 besaß -bei seiner l. urkundlichen Erwähnung im Familienbesitz- der Sohn des Pribe Pozeuolk Liddow. Doch hatte wahrscheinlich um diese Zeit auch Claus, des Barne Sohn und Bruder des oben erwähnten Henneke, einen Anteil daran. Aus dem 15. Jahrhundert kennen wir nur vereinzelte Namen ohne nähere Angaben. Im Jahre 1510sitzen die Brüder Jasper (Caspar). Heinrich (1514) und Jürgen auf Liddow; sie sind wohl die Letzten, die sich noch mit dem alten Familiennamen „Pozdewolk" nennen...



Auszüge der Chronik Neuenkirchen
Band 1/2

Chronik
Geschichte der Halbinseln
Liddow und Neuenkirchen auf Rügen
und der im Kirchspiel Neuenkirchen
eingepfarrten Ortschaften
Von
DR. CARL GUSTAV
VON PLATEN
1957
Ergänzt und korrigiert von
HANS-HENNING HOFMANN 20. Juni 2005