Chonik Inhaltsverzeichnis

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1/2
Neuenkirchen

Verfasser und Autor
der
Bände 1/2

Hans-Henning Hofmann

Die Neuenkirchner Hausbriefe sind mir durch einen glücklichen Zufall zur Einsicht gegeben worden. Lange Jahre wurden diese Kopien von Herrn Helmut Klaas aufgehoben. Die erste flüchtige Durchsicht ergab, dass in diesen Urkunden sehr viele geschichtliche Begebenheiten versteckt sind.

Auf der Suche nach Beweisen für die Schifffahrt und die Fischerei in der Gemeinde Neuenkirchen gab es nach der schwedischen Matrikelerhebung 1695

                 In Lebbin                  2 Fischerkaten, 4 lagen wüst

                 In Breetz                   l Schiffer mit einer Schute.

Sonst sind in der schwedischen Matrikel keine weiteren Schifter und Fischer angegeben.

Auch von einem Ortsteil Sylwin ist 1695 keine Erwähnung, auch in den Karten ist kein Haus eingezeichnet.

Lediglich westlich der Neuenkirchner Kirche sind 7 Häuser eingetragen. Aber etwa 90 Jahre später findet man in den Hausbriefen von Neuenkirchen den Ort Sylwin mit 10 Hausstellen.

Zu der Zeit als die Hausbriefe juristisch abgefasst wurden, war die Insel Rügen schwedischer Besitz und es herrschte der Feudalismus mit all seinen Unfreiheiten finden Kleinen Mann und den Seinen.

Der Grund und Boden in der Gemeinde war ausschließlich herrschaftlicher Besitz. Nur mit einer Ausnahme der Grundbesitz der Neuenkirchner Kirche.

Wenn ein Haus gebaut werden sollte, war es nur möglich, wenn der Grundbesitzer es vertraglich zuließ. Mit diesen Hausbriefen können wir die gesellschaftlichen
Verhältnisse zwischen den Unfreien und dem Feudaladel sehr schön erkennen, wie es
vor über 200 Jahren in der Gemeinde Neuenkirchen zuging.

Bezeichnend ist, dass die Grundherrschaft anscheinend mit relativ günstigen Vortrügen innerhalb weniger Jahre in Sylwin mehrere Häuser gebaut wurden.

Zum Teil kamen Leute von außerhalb, wie im 1. Hausbrief, ein Schiffer Wilhelm
Utesch aus Parchow, der in Sylwin ein neues Haus baut. In der Regel gehörte /ur
Selbstversorgung der Garten dazu ein Ackerfeld ebenfalls.

Er durfte auf der Gemeinschaftsweide eine Kuh halten. Austrieb aber nicht vor dein 8.
Mai. Bei Zuwiderhandlungen wurden 5 Reichsthaler Strafe angedroht.
Nur ein Schwein durfte getüdert werden. In einigen Verträgen war auch eine Gans mit
Nachzucht gestattet.

Auszüge der Chronik Neuenkirchen
Band 1/2

Chronik

Hausbriefe aus der Gemeinde Neuenkirchen 1778 - 1827


Übertragen in die lateinische Schrift von
HANS-HENNING HOFMANN
10. Februar 2006