Chonik Inhaltsverzeichnis

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Neuenkirchen

Verfasser und Autor
der
Bände 1/2

Hans-Henning Hofmann


1. Geschichtliche Kurzdarstellung

Tribbevitz ist ursprünglich ein sehr altes Lehen der Familie v. Normann, nach der die gesamte Halbinsel, auf der Tribbevitz liegt, zwischen Tetzitzer See und Lebbiner Bodden im Osten. Breeger Bodden im Norden und Neuendorfer Wiek im Westen, Normannsche Halbinsel genannt ist.

Erstmals wird das Gut 1314 urkundlich erwähnt im Zusammenhang mit Abgaben, die es zu leisten hat. Zu diesem Zeitpunkt ist es bereits im Besitz der Familie v. Normann.

Die Angehörigen dieser Familie sind ursprünglich wohl Wikinger gewesen. Emil Freiherr v. Normann, Ulm, 1894 hat in seiner Familiengeschichte versucht, auch diese frühe Zeit auszuloten. Danach deutet nicht nur der Name, sondern vor allem das Wappen auf die Wikingerherkunft hin. Die im Wappen enthaltenen gekreuzten Ruder der Wikinger und der Adler, der vor der Christianisierung der Rabe Odins war, sprechen hier eine ziemlich eindeutige Sprache. Die Normanns sollen danach seinerzeit in der Normandie gelandet sein, die Schlacht von Hastings 1066 unter Wilhelm dem Eroberer mitgemacht haben, um dann im Rheinland ansässig zu werden. Sichere Belege dafür lassen sich bis zum Beginn des 12. Jahrhunderts allerdings nicht finden. Dann jedoch tauchen die ersten urkundlichen Namenserwähnungen in Kölner Landes- und Klosterurkunden auf. Daraus ergibt sich, dass der Klosterbruder Philippus Normannus aus dem Kloster Steinfeld in der Eifel damit beauftragt wird, nach Pommern und Rügen zu gehen, um dort das Christenrum „zu befestigen". Etwa 1126/28 hat sich Philippus auf den Weg gemacht, um von Köln über Perleberg nach Rügen zu gelangen. Zu dieser Zeit der einsetzenden Ostbesiedelung kein Ausnahmefall, denn auch einige der alten Rügener Adelsgeschlechter, wie von Bohlen und von Crantz entstammen Kölner Patrizierfamilien. Interessanterweise sind skandinavische Vorfahren, die es sicher gegeben hat, die Rügen direkt besiedelt haben, nicht nachweisbar. Wie auch immer, Philippus Normannus scheint, auf Rügen angekommen, Missionsauftrag und Mönchsgelübde zugunsten der Begründung der Normannschen Linie auf Rügen hintangestellt zu haben.

Die Normanns besaßen das Gut bis etwa 1840. Um 1600 war es zur Aufteilung in Groß- und Klein-Tribbevitz gekommen. 1806 kaufte der ehemalige Besitzer von Groß - Tribbevitz, der schwedische Rittmeister Ernst Ludwig v. Normann, Klein-Tribbevitz zurück, so daß das Gut wieder vereint war (Einzelheiten s. Band l v. Platen S. 42 ff). Nach seinem Tod am 23.2.1838 wurde das Gut offenbar im Zuge der Erbteilung verkauft. Die Familie ging auf den ihr verbliebenen Besitz in Pommern.
Erwerbet war ein Herr v. Hagemeister, der das Gut bis 1892 besaß. In dieser Zeit, also etwa 1840 - 1845, dürfte der Bau des heutigen Gutshauses erfolgt sein. Über die Eigentümerfolge ab 1892 konnten verläßliche Unterlauen bislang nicht beschafft werden. Herr v. Platen verweist in seinen Aufzeichnungen auf einen Herrn Nehls, der das Gut kurzzeitig um 1900 erworben hatte, um es nach 1900 an eine Familie Eggers zu verkaufen, die es dann in den 20iger Jahren an eine Familie gleichen Namens weiterverkaufte... Die noch erhaltenen Unterlagen des Liegenschaftskatasters, die


Auszüge der Chronik Neuenkirchen
Band 1/2

Chronik
Gut Tribbevitz